SAMSTAG AKUT-Begutachtung: 

  • Bis Ende März bieten wir auch am Samstag Vormittag Termine zur Begutachtung akut erkrankter Kinder an.
  • Die Terminvereinbarung kann ausschließlich ONLINE erfolgen!
  • Das Telefon ist nicht besetzt, e-Mails können am Samstag Vormittag nicht beantwortet werden!

 

AKUT-Termine:

  • Bitte in den frühen Vormittagsstunden des jeweiligen Ordinationstages einen Termin vereinbaren. Wir weisen höflich auf die unkomplizierte ONLINE Terminvereinbarung hin – auch für Vertretungspatienten! Hier können Sie mögliche Wartezeiten aufgrund vieler Anrufe umgehen. Auch außerhalb der Telefonzeiten ist so eine Terminvereinbarung möglich.
  • An einzelnen Tagen kann es vorkommen, dass nicht für jedes Kind ein Akut-Termin zur Verfügung gestellt werden kann. An solchen Tagen werden dann bevorzugt Säuglinge als besonders vulnerable Patientengruppe begutachtet.
  • Bei freien Kapazitäten können auch Vertretungspatienten bei akuten Erkrankungen kurzfristig einen Termin bekommen.
  • Bitte beachten Sie, dass AKUT-Termine ausschließlich für denselben Ordinationstag vergeben werden können!

Gerötetes Auge bei Kindern: Nicht immer gleich Antibiotika!

Gerötetes Auge bei Kindern: Nicht immer gleich Antibiotika!

Ein gerötetes oder verklebtes Auge bei Kindern beunruhigt viele Eltern. Schnell fällt der Begriff „Bindehautentzündung“ – und ebenso schnell entsteht der Wunsch nach antibiotischen Augentropfen. Doch nicht jedes rote Auge ist bakteriell bedingt. Oft steckt etwas ganz anderes dahinter.

Ein genauer Blick hilft, unnötige Behandlungen zu vermeiden und die eigentliche Ursache zu erkennen.

Was steckt hinter einem geröteten Auge?

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine häufige Ursache, aber sie kann unterschiedliche Auslöser haben:

  • Viral (z. B. im Rahmen einer Erkältung)
  • Bakteriell
  • Allergisch
  • Reizbedingt (Wind, Chlorwasser, Rauch, Fremdkörper)

Gerade bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter sind virale Infekte die häufigste Ursache.

Schnupfen und verklebte Augen: Wie hängt das zusammen?

Viele Eltern beobachten:
👉 Das Kind hat Schnupfen – und plötzlich sind die Augen verklebt.

Das ist kein Zufall.

Die Augen sind über den Tränen-Nasen-Gang mit der Nase verbunden. Bei einem Infekt der oberen Atemwege schwillt die Nasenschleimhaut an. Dadurch kann:

  • der Abfluss der Tränenflüssigkeit gestört sein
  • Sekret in den Tränenwegen zurückstauen
  • zähes Sekret aus dem inneren Augenwinkel austreten

Das führt zu verklebten Lidern und geröteten Augen – ohne dass eine bakterielle Infektion vorliegt.

👉 In diesen Fällen helfen oft Geduld, Reinigung und das Abschwellen der Nase mehr als Augentropfen.

🧪 Wussten Sie schon? Augentropfen wirken auch in der Nase

Augentropfen gelangen über den Tränen-Nasen-Gang in die Nase. Studien zeigen, dass antibiotische Augentropfen die bakterielle Vielfalt im Nasenraum verändern können. Vermutlich erreichen dort nur sehr geringe Antibiotikamengen die Schleimhaut — genug, um das Mikrobiom zu beeinflussen, aber nicht ausreichend, um Keime vollständig zu beseitigen.

Warum ist das relevant?
Das nasale Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle für die Infektabwehr und die Entwicklung des kindlichen Immunsystems. Ein unnötiger Einsatz antibiotischer Augentropfen könnte daher über das Auge hinaus Auswirkungen haben.

Unsere Empfehlung:
Antibiotische Augentropfen setzen wir nur ein, wenn sie wirklich notwendig sind.

Antibiotische Augentropfen – wann sind sie sinnvoll?

Antibiotische Augentropfen sind bei Eltern ein häufiger Wunsch. Doch ihr Einsatz sollte sorgfältig geprüft werden.

Sinnvoll bei:

  • deutlich eitrigem, gelb-grünem Sekret
  • starker Rötung und Schwellung
  • fehlender Besserung nach mehreren Tagen
  • ärztlich bestätigter bakterieller Infektion

Meist nicht notwendig bei:

  • klarem Tränenfluss
  • Erkältungssymptomen
  • mild verklebten Lidern am Morgen
  • schneller spontaner Besserung

Warum Zurückhaltung wichtig ist

  • Antibiotika wirken nicht gegen Viren
  • unnötiger Einsatz fördert Resistenzen
  • die natürliche Augen- und Nasenflora kann gestört werden

Oft reicht es, die Augen vorsichtig mit abgekochtem Wasser oder Kochsalzlösung zu reinigen.

Tränengangsverengung bei Babys: Häufig und meist harmlos

Bei Säuglingen tritt häufig eine Tränengangsstenose auf. Dabei ist der Tränen-Nasen-Gang noch nicht vollständig geöffnet.

Typische Zeichen:

  • ständig tränendes Auge
  • schleimiges Sekret im inneren Augenwinkel
  • verklebte Lider nach dem Schlafen
  • meist keine starke Rötung

Was hilft?

  • sanfte Reinigung der Augen
  • Tränensackmassage (nach Anleitung durch Kinderarzt)
  • Geduld – spontane Heilung in über 90 % der Fälle

Wann sollten Eltern ärztlichen Rat suchen?

  • starke Rötung oder Schmerzen auftreten
  • Lichtempfindlichkeit besteht
  • das Sehvermögen beeinträchtigt wirkt
  • Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl dazukommen
  • keine Besserung nach 2–3 Tagen eintritt

Fazit: Genau hinschauen statt vorschnell behandeln

Das gerötete Auge bei Kindern hat viele Ursachen. Häufig steckt eine Erkältung mit Sekretrückstau dahinter – nicht eine bakterielle Infektion. Ein zurückhaltender Umgang mit antibiotischen Augentropfen schützt Ihr Kind, unterstützt ein gesundes Mikrobiom und hilft, Resistenzen zu vermeiden.

Geduld, sanfte Pflege und eine gute Beobachtung sind oft die beste Therapie.