SAMSTAG AKUT-Begutachtung: 

  • Bis Ende März bieten wir auch am Samstag Vormittag Termine zur Begutachtung akut erkrankter Kinder an.
  • Die Terminvereinbarung kann ausschließlich ONLINE erfolgen!
  • Das Telefon ist nicht besetzt, e-Mails können am Samstag Vormittag nicht beantwortet werden!

 

AKUT-Termine:

  • Bitte in den frühen Vormittagsstunden des jeweiligen Ordinationstages einen Termin vereinbaren. Wir weisen höflich auf die unkomplizierte ONLINE Terminvereinbarung hin – auch für Vertretungspatienten! Hier können Sie mögliche Wartezeiten aufgrund vieler Anrufe umgehen. Auch außerhalb der Telefonzeiten ist so eine Terminvereinbarung möglich.
  • An einzelnen Tagen kann es vorkommen, dass nicht für jedes Kind ein Akut-Termin zur Verfügung gestellt werden kann. An solchen Tagen werden dann bevorzugt Säuglinge als besonders vulnerable Patientengruppe begutachtet.
  • Bei freien Kapazitäten können auch Vertretungspatienten bei akuten Erkrankungen kurzfristig einen Termin bekommen.
  • Bitte beachten Sie, dass AKUT-Termine ausschließlich für denselben Ordinationstag vergeben werden können!

Virale vs. bakterielle Infektionen im Kindesalter

Infektionen sind bei Kindern im Vorschul- und Schulalter sehr häufig und meist harmlos – aber nicht alle Erreger sind gleich! Die Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infektionen ist wichtig, weil sie über Therapien entscheidet.

Was sind Viren?

  • Viren sind winzige Krankheitserreger, die keine eigenen Stoffwechselprozesse haben.
  • Sie dringen in Körperzellen ein und nutzen diese, um sich zu vermehren.
  • Die meisten Erkältungen, grippale Infekte, Bronchiolitis oder Gastroenteritiden werden durch Viren verursacht.  

Was sind Bakterien?

  • Bakterien sind lebende Mikroorganismen mit eigenem Stoffwechsel.
  • Manche Bakterien können Krankheiten verursachen, wie z. B. bakterielle Mittelohr- oder Wundinfektionen, Scharlach oder bestimmte Pneumonien.  

 

Etwa 80–85 % aller Infekte im Kindesalter sind viral, nur ein kleinerer Teil (ca. 10–15 %) bakteriell.

 

Unterschiede bei den Symptomen:

 

Virale Infektionen

  • Häufige grippale Symptome: laufende Nase, Husten, Halsschmerzen
  • Oft Fieber für einige Tage
  • Symptome verbessern sich meist innerhalb einer Woche
  • Kein direkter Nutzen von Antibiotika

 

Bakterielle Infektionen

  • Plötzlicher Beginn mit starkem Fieber
  • Symptome können sich verschlechtern statt bessern
  • Lokale Eiterungen, starke Schmerzen (z. B. beim Hören → Mittelohr) oder charakteristische Ausschläge
  • Hier kann man den Einsatz von Antibiotika erwägen

 

Die Symptome allein reichen aber oft nicht aus, um eindeutig zwischen virus- und bakterienbedingter Erkrankung zu unterscheiden – deshalb sind ärztliche Befunde und ggf. Schnelltests wichtig.

 

Therapie: Was hilft wirklich?

 

Virale Infektionen

  • Kein Antibiotikum – weil Antibiotika gegen Viren nicht wirken.  
  • Behandlung ist symptomatisch:
    • Fiebersenken bei Bedarf
    • Viel trinken
    • Ruhe und Zeit
  • Viren „arbeiten“ mit dem Immunsystem; der Körper bekämpft sie meist erfolgreich selbst.

 

Bakterielle Infektionen

  • Antibiotika können lebenswichtig sein, wenn eine bakterielle Ursache sicher ist oder stark vermutet wird.  
  • Beispiele: bakterielle Pneumonie, Scharlach mit Nachweis von Streptokokken, komplizierte Mittelohrentzündung.
  • Die Auswahl des Antibiotikums, Dauer und Dosierung orientieren sich an aktuellen Leitlinien wie denen der DGPI (z. B. „so kurz und so schmal wie möglich“).  

 

Warum Antibiotika nicht leichtfertig einsetzen?

 

❌ 1. Kein Nutzen bei viralen Infekten

Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infektionen – nicht bei Viren. Sie helfen dem Kind nicht schneller gesund zu werden, wenn es z. B. eine Erkältung oder Grippe hat. 

❌ 2. Nebenwirkungen

Gerade bei Kindern können Antibiotika Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Hautreaktionen haben. In Studien berichteten viele Eltern (über 40 %) über unangenehme Effekte bei ihren Kindern. 

❌ 3. Resistenzen entstehen

Zu häufige oder unsachgemäße Antibiotika-Gabe begünstigt die Entstehung von antibiotikaresistenten Bakterien. Das bedeutet: Wenn ein Kind später wirklich eine schwere bakterielle Infektion bekommt, wirkt das Antibiotikum vielleicht nicht mehr. 

❌ 4. Einfluss auf die normale Mikrobiota

Antibiotika stören auch die guten Bakterien im Darm und an anderen Körperstellen – das kann langfristig das Immunsystem und die Gesundheit negativ beeinflussen. 

 

Deshalb empfehlen aktuelle Leitlinien eine kritische und strenge Indikationsstellung:

Nur wenn wirklich medizinisch nötig – und so gezielt wie möglich. 

 

Wann ist der Arztbesuch besonders wichtig?

 

Bitte kontaktieren Sie den Kinderarzt oder die Kinderärztin, wenn:

 

✔️ das Fieber länger als 3 Tage anhält

✔️ das Kind sich stark abgeschlagen oder verwirrt verhält

✔️ Symptome schlechter werden

✔️ Atemnot, Schluckbeschwerden oder starke Ohrenschmerzen auftreten

 

Eine ärztliche Einschätzung hilft, die richtige Therapie – ob Antibiotikum, Abwarten oder symptomatische Behandlung – zu wählen.

 

Kurz zusammengefasst

 

✅ Virale Infekte sind viel häufiger als bakterielle.

✅ Antibiotika wirken nur bei Bakterien.

✅ Die Entscheidung für Antibiotika sollte strikt und leitliniengerecht erfolgen.

✅ Übermäßiger Einsatz schadet durch Nebenwirkungen und Resistenzbildung.